HANS SPITZECK

 © Hans Spitzeck: Weitsicht (Detail)

Wie Hans Spitzeck gehöre ich zu den Kunstschaffenden, die mit Fund­stücken arbeiten. Über diese Arbeit möchte ich sprechen und mit zwei Zitaten be­ginnen. Das eine von Prof. Dr. Petra Maria Meyer: "Eine der grundlegenden Strategien in Kunst und Design besteht darin, auf Vorfindbares zurückzu­greifen, es zu de- und rekontextualisieren, konzeptuell zu ergänzen oder zu verringern und derart Funktionsweisen und Inhalte zu wenden." Das andere stammt von Hans Spitzeck über seine Kunst : "Ich mache das einfach." Finden ist Teil dieses Machens, wenn nicht sogar die Hauptarbeit. Auch wenn vieles herum­liegt, ist noch lange nicht alles brauchbar. Das Finden kann ziel­gerichtet sein - also ein Suchen - um eine bestimmte Idee umzusetzten - oder: ein Ding fällt auf - einfach so. Meist ist es eine Kombination aus beiden. Wenn man weiß, wie viel Strandgut am Rhein zu finden ist, stellt sich die Frage: Warum gerade dieses?

Die Entscheidung für das Eine setzt eine besondere Wahrnehmung, eine bestimmte Stimmung voraus, um dessen Ästhetik erfassen zu können. Aber wahrgenommen ist noch lange nicht aufgehoben. So bleibt manches liegen . Also doch aufheben!? Ein Fundstück muss man nehmen wie es ist. Was nicht bedeutet, dass es bleibt wie es ist. Allerdings gibt es auch Stücke, die eine ganz eigene Ästhetik haben, die mit dem Aufheben zerstört würde. Liegen lassen. Mit den Fundstücken, die aufgehoben werden beginnt ein gestalterischer Prozess.

Schon das Aufheben selbst ist gestalten - genaugenommen ja schon das Finden - aber mit dem Auf­heben, Drehen und Wenden, den neuen Erkenntnissen über die verdeckte Seite des Stücks, dem Schwerpunkt und dem Gewicht entwickelt sich eine Idee oder ihre Umsetzung weiter. Diese Auseinandersetzung mit dem Fundstück kann dazu führen, es "unbearbeitet" zu präsentieren, es zu ergänzen oder zu reduzie­ren. In jedem Fall wird es in andere Zusammenhänge gestellt - allein durchs mitnehmen. So werden die vermeintlich nutzlosen und unscheinbaren Dinge zu betrachtenswerten Objekten - sie erzählen eine neue Geschichte durch die Umwandlung zur Kunst. Ich wünsche viel Spaß beim Erkunden dieser Geschichten und ende mit einem Gedanken über den Satz, den man in Bezug auf Objektkunst häufig hört, nämlich "Das kann ich auch". Ja! Aber, du musst es machen.

Christiane Wünsche bei der Eröffnung der Ausstellung in der Reihe "Kunst und Wirtschaft" bei AUDE Counceling am 4. Februar 2011 in Sankt Augustin-Menden  mehr >>

 

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