Hans Spitzeck ist ein guter Beobachter und nachdenklicher Zuhörer. Er spricht langsam und überrumpelt sein Gegenüber nicht mit schnellen Antworten. Ganz anders der Eindruck seiner Bilder: kraftvoll, bewegt und reich an Farben leuchten sie von allen Wänden. Die Vielfalt der Formate und Malgründe ist für einen Autodidakten ungewöhnlich. Da ist ein Quadratmeter schon längst überschritten und neben Papier tritt vor allem der Holz- und Leinwandgrund. Malmittel sind Acryl- und Ölfarben, meist kraftvoll mit der Spachtel gesetzt. Aber auch kleine Farbtupfer - wie mit Fingern gemalt - übersähen den Bildträger. Vielschichtig sind die Farben aufgetragen und die Farbpalette ist riesig. Nicht von ungefähr trägt eine Serie den Titel ´Alle Farben`, dabei sind diese pointillierten Arbeiten weit davon entfernt nur bunt zu wirken. Ist der Malgrund anfangs meist weiß gehalten, tritt er später lasierend mehrfarbig zurück oder dominiert das Bild durch seinen gleichmäßigen Auftrag in komplementärer Farbe zu den darauf gesetzten abstrakten Formen. Manchmal tritt der Grund nur am Bildrand zu Tage, manchmal ist er gleichberechtigt zum Vordergrund oder bestimmt das Gemälde.
Ein guter Blick für Fundstücke wie Treibholz, Steine und verschiedene Papiere lässt sich erkennen an seinen Materialcollagen. Aus blauer Farbe mit Anklängen an Yves Klein leuchten kleine Steine, sparsam gesetzt, wie Schmuckstücke oder Hölzer mit fremdländischen Schriftzeichen. In diesen Arbeiten spiegeln sich die Eindrücke aus fernen Ländern, die er während seiner berufsbedingten Auslandsaufenthalte sammelte. Arbeiten mit dem Titel: ´Schatz der Königin` oder ´Schatz der Prinzessin` werden zum Symbol für den bildnerischen Reichtum, der ein halbes Leben lang im Inneren von Hans Spitzeck ruhte, und nun mutig und selbstbewusst sich dem Betrachter zeigt. Diese Bilder sind ausdrucksstark und gemalt, um gesehen zu werden.
Gabriele Hünninger, bbk bonn